Zitatsammlung

Johann Paul Friedrich Richter (Jean Paul)
 Dichter (1763 - 1825)

Alle, die ihr eine Ernte wollt, setzet eine Hoffnung nicht bloß voraus, sondern handelt nach ihr.
Das Alter ist nicht trübe, weil darin unsere Freuden, sondern weil unsere Hoffnungen aufhören.
Das große unzerstörbare Wunder ist der Menschenglaube an Wunder.
Der Besitz macht uns nicht halb so glücklich, wie uns der Verlust unglücklich macht.
Der Furchtsame erschrickt vor der Gefahr, der Feige in ihr, der Mutige nach ihr.
Der Hagestolz hat das Unglück, dass ihm niemand seine Fehler frei sagt, aber der Ehemann hat das Glück.
Der kräftigen Jugend alles leichtmachen heißt schwache Anker schmieden.
Der Mensch wird wie der Stahl hart - durch öfteres Abkühlen nach Erhitzung.
Der Spaß ist unerschöpflich, nicht der Ernst
Der vollendete Umgang mit Menschen ist die Fähigkeit, zugleich ehrlich und liebenswürdig zu sein.
Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation.
Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens.
Die Liebe ist das Leben des Weibes, aber eine Episode im Leben des Mannes.
Die schlimmsten Fehler macht man in der Absicht, einen Fehler gutzumachen.
Die Zeit ist eine Larve der Ewigkeit.
Ernste Tätigkeit söhnt zuletzt immer mit dem Leben aus.
Ich möchte noch heute den Totenschädel des Mannes streicheln, der die Ferien erfunden hat.
In phantasiereichen Menschen liegen, wie in heißen Ländern oder auf Bergen, alle Extreme enger aneinander.
Individualität ist überall zu schonen und zu ehren als Wurzel jedes Guten.
Kinder und Uhren dürfen nicht ständig aufgezogen werden, man muß sie auch gehen lassen.
Mut besteht nicht darin, dass man die Gefahr blind übersieht, sondern dass man sie sehend überwindet.
Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt Leben Reisen ist.
Nur wer irgendein Ideal, das er ins Leben ziehen will, in seinem Inneren hegt und nährt, ist verwahrt gegen die Gifte und Schmerzen der Zeit.
Sprach-kürze gibt Denk-Weite.
Wurst ist eine Götterspeise. Denn nur Gott weiß,was drin ist.
 

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