Zitatsammlung

Erich Kästner
 Schriftsteller (1899 - 1974)

An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.
Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten, Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180 Grad drehbar.
Das Glück ist keine Dauerwurst, von der man täglich eine Scheibe herunterschneiden kann.
Daß wir wieder werden wie Kinder, ist eine unerfüllbare Forderung. Aber wir können zu verhüten versuchen, daß die Kinder so werden wie wir.
Der freie Mensch lebt in Ungewissheit. Der bewusste Mensch lebt zwangslaeufig mit Zweifeln.
Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen büffeln.
Die Dummheiten wechseln, aber die Dummheit bleibt.
Die Erde ist ein gebildeter Stern mit sehr viel Wasserspülung.
Die Größe eines Menschen hängt nicht von der Größe seines Wirkungsfeldes ab.
Die Lust an der Macht hat ihren Ursprung nicht in der Staerke, sondern in der Schwaeche.
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erst bei den Enkeln ist man dann so weit, daß man die Kinder ungefähr verstehen kann.
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Es ist leicht, das Leben schwerzunehmen, und es ist schwer, das Leben leichtzunehmen.
Ich glaube an den gesunden Menschenverstand wie an ein Wunder, doch der gesunde Menschenverstand verbietet mir, an Wunder zu glauben.
Indes sie forschten, röntgten, filmten, funkten, entstand von selbst die köstlichste Erfindung: der Umweg als die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten.
Je üppiger die Pläne blühen, um so verzwickter wird die Tat.
Man kann auf seinen Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen.
Nie darfst Du so weit sinken, von dem Kakao durch den sie Dich ziehen, auch zu trinken.
Wenn ein Kolonialwarenhändler in seinem kleinen Laden so viele Dummheiten und Fehler machte wie die Staatsmänner und Generäle in ihren großen Ländern, wäre er in spätestens vier Wochen bankrott.
Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.
Wenn man genug Geld hat, stellt sich der gute Ruf ganz von selbst ein.
Wer allzulange ein Auge zudrückt, dem gehen eines Tages beide auf.
Wer an die Zukunft glaubt, glaubt an die Jugend. Wer an die Jugend glaubt, glaubt an Erziehung. Wer an die Erziehung glaubt, glaubt an Sinn und Wert der Vorbilder.
Wer Bücher schenkt, schenkt Wertpapiere.
Wer vergisst, was schön war, wird böse, wer vergisst, was schlimm war, wird dumm.
Zu den Steinen hat einer gesagt: 'Seid menschlich.' Die Steine haben gesagt: 'Wir sind noch nicht hart genug.'

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