Zitatsammlung

Christian Friedrich Hebbel
 Dichter (1791 - 1872)

Alle Regierungen fordern blinden Glauben, sogar die göttliche.
Alles Sprechen und Schreiben heißt würfeln um den Gedanken. Wie oft fällt nur ein Auge, wenn alle sechs fallen sollten.
Das Gewissen ist die Wunde, die nie heilt und an der keiner stirbt.
Das nächste Ziel mit Lust und Freude und aller Kraft zu verfolgen, ist der einzige Weg, das fernste zu erreichen.
Das Publikum beklatscht ein Feuerwerk, aber keinen Sonnenaufgang.
Den Augenblick immer als den höchsten Brennpunkt der Existenz, auf den die ganze Vergangenheit nur vorbereitete, ansehen und genießen, das würde Leben heißen!
Der Gedanke tritt zwischen den Menschen und das Leben, er verbrennt die Früchte, die es bietet.
Der Mensch ist ein Blinder, der vom Sehen träumt.
Der Traum ist der beste Beweis dafür, daß wir nicht so fest in unsere Haut eingeschlossen sind, als es scheint.
Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus Schlange.
Die Krankheiten, die das Wachstum der Menschheit bezeichnen, nennt man Revolutionen.
Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann, wenn sie vergeht
Ein Maitag ist ein kategorischer Imperativ der Freude.
Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
Es gibt keine reine Wahrheit, aber ebensowenig einen reinen Irrtum.
Freuden, die er nicht begreift, haben etwas Gespenstisches für den Menschen.
Für uns Menschen muß überall der Punkt, bis zu dem wir vordringen können, anstatt der Wahrheit gelten.
Halte das Glück wie den Vogel: so leise und lose wie möglich! Dünkt er sich selber nur frei, bleibt er dir gern in der Hand.
Ist der Tod nur ein Schlaf, wie kann dich das Sterben erschrecken? Hast du es je noch gespürt, wenn du des Abends entschliefst?
Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.
Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht: irgendeinem gefällt er.
Man altert nur von 25 bis 30, was sich bis dahin erhält, wird sich wohl auf immer erhalten.
Man hat nur dann ein Herz, wenn man es für andere hat.
Menschen sind immer zwei Extreme.
Mit einem Menschen, der nur Trümpfe hat, kann man nicht Karten spielen.
Niemand spricht eine Wahrheit aus, die er nicht mit einem Irrtum verzollen müsste.
Schüttle alles ab, was dich in deiner Entwicklung hemmt, und wenn's auch ein Mensch wäre, der dich liebt, denn was dich vernichtet, kann keinen anderen fördern.
Seine Meinung zu ändern, erfordert manchmal mehr Mut, als bei seiner Ansicht zu verharren.
Was gegen die Natur ist, das ist gegen Gott.
Wenn man etwas recht gründlich hasst, ohne zu wissen, warum, so kann man überzeugt sein, dass man davon einen Zug in seiner eigenen Natur hat.
Wirf weg um zu besitzen.
Zum Mitleiden gab die Natur vielen ein Talent, zur Mitfreude nur wenigen.
 

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