Zitatsammlung

Wilhelm Busch
 Maler, Zeichner und Dichter (1832 - 1908)

Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt.
Ach!, reines Glück genießt doch nie, wer zahlen soll und wieß nicht wie.
Ach, daß der Mensch so häufig irrt und nie recht weiß, was kommen wird.
Ach, oft wird die schönste Stunde in der Liebe Seelenbunde durch Herbeikunft eines Dritten mitten durch- und abgeschnitten!
Ach, reines Glück genießt doch nie, wer zahlen soll und weiß nicht wie.
Ach, so vieles muß man rügen, weil es sündlich und gemein, so zum Beispiel das Vergnügen, zuzusehn bei Prügeleien.
Alle Menschen sind mangelhaft, ausgenommen die Frauen.
Bei Damen sollst du fein - gar niemals nicht ironisch sein.
Bemüh' dich nur und sei hübsch froh, der ärger kommt schon sowieso.
Das Gute, dieser Satz steht fest, ist stets das Böse, das man lässt!
Dein gedenk ich, still erfreut, selbst in der Einsamkeit, ja im dicksten Publikum schwebt mein Geist um Dich herum.
Dem Glücklichen schlägt kein Gewissen.
Der guten Menschen Hauptbestreben ist, andern auch was abzugeben.
Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
Der Philosoph hat wie der Hausbesitzer immer Reparaturen.
Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten.
Diogenes der Weise aber kroch ins Faß. Und sprach: Ja, ja, das kommt von das!
Doch guter Menschen hauptbestreben ist, andern auch was abzugeben.
Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie.
Dummheit ist auch eine natürliche Begabung.
Dummheit, die man bei den andern sieht, wirkt meist erhebend aufs Gemüt.
Eifersucht ist Liebesneid.
Ein Irrtum, welcher weit verbreitet und manchen Jüngling irreleitet, ist der, daß Liebe eine Sache, die immer viel Vergnügen mache.
Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge.
Enthaltsamkeit ist das Vergnügen an Dingen, welche wir nicht kriegen.
Es ist ein Brauch von alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör.
Fortwährend hinter angenehmen Erwartungen schleichen die unangenehmen Möglichkeiten.
Früher, da ich unerfahren und bescheidener war als heute, hatten meine höchste Achtung andre Leute. Später traf ich auf der Weide außer mir noch mehrere Kälber, und nun schätz ich sozusagen erst mich selber.
Gar mancher schleicht betrübt umher, sein Knopfloch ist so öd und leer. Für manchen hat ein Mädchen Reiz, nur bleibt die Liebe seinerseits.
Gar mancher Schwierigkeit entweicht Man durch das hübsche Wort 'vielleicht'.
Gar sehr verzwickt ist diese Welt - mich wundert's daß sie wem gefällt.
Gewinn anderer wird fast wie Verlust empfunden.
Glaube beruht auf Ursachen, nicht auf Gründen.
Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.
Gott zieht an einer Hand, der Teufel an beiden Beinen.
Hartnäckig weiter fließt die Zeit, die Zukunft wird Vergangenheit. Aus einem großen Reservoir ins andre rieselt Jahr um Jahr.
Kaum hat mal einer ein bissel was, gleich gibt es welche, die ärgert das.
Klatschen heißt anderer Leute Sünden beichten.
Man ist ja von Natur kein Engel, vielmehr ein Welt- und Menschenkind, und ringsumher ist ein Gedrängel von solchen, die dasselbe sind.
Man nimmt in der Welt jeden, wofür er sich gibt, aber er muß sich auch für etwas geben. Man erträgt die Unbequemen lieber, als man die Unbedeutenden duldet.
Manche meinen, sie seien liberal geworden, nur weil sie die Richtung ihrer Intoleranz geändert haben.
Mancher ertrinkt lieber, als daß er um Hilfe ruft.
Meistens hat, wenn zwei sich scheiden, einer etwas mehr zu leiden.
Mit allen Kreaturen bin ich in schönster Seelenharmonie. Wir sind verwandt, ich fühle es innig, und eben darum liebe ich sie.
Mit der Zeit vollbringen unsere Vorfahren immer ruhmreichere Taten.
Mitunter sitzt die ganze (größte) Seele in eines Zahnes dunkler (kleiner) Höhle.
Mut und Wille ergeben manchmal Mutwillen.
Nach dem vierzigsten Jahr ändert keiner mehr seine Philosophie.
Obgleich die Welt ja, sozusagen, wohl manchmal etwas mangelhaft, wird sie doch in den nächsten Tagen vermutlich noch nicht abgeschafft.
Oh, das war mal eine schöne, rührende Familienszene.
Platonische Liebe kommt mir so vor wie ein ewiges Zielen und niemals losdrücken.
Schnell wachsende Keime welken geschwinde, zu lange Bäume brechen im Winde.
Sie hat nichts und du desgleichen, dennoch wollt ihr, wie ich sehe, zu dem Bund der heil'gen Ehe euch bereits die Hände reichen. Kinder, seid ihr denn bei Sinnen? überlegt euch das Kapitel! Ohne die gehör'gen Mittel soll man keinen Krieg beginnen.
Steigerung des Luxus: eigenes Auto, eigene Villa, eigene Meinung.
Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten.
Ungeduld hat häufig Schuld.
Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele: Freuden, Schönheit und Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur. Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist's! Reise, reise!
Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur Menschenfresserei, sondern jede Art des Fleischgenusses als Kannibalismus gilt.
Was ist am schwersten zu erreichen? - Das man sich selbst hinter die Schliche kommt. - Teils dieserhalb, teils außerdem.
Wem zu glauben ist, redlicher Freund, das kann ich dir sagen: Glaube dem Leben, es lehrt besser als Redner und Buch.
Wenn einer, der mit Mühe kaum gekrochen ist auf einen Baum, schon meint, daß er ein Vogel wär, so irrt sich der.
Wenn man es nur versucht, so geht's, das heißt, mitunter, doch nicht stets.
Wer Einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut.
Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten.
Wie wolltest du dich unterwinden, kurzweg die Menschen zu ergründen. Du kennst sie nur von außenwärts. Du siehst die Weste, nicht das Herz.
Will das Glück nach seinem Sinn dir was Gutes schenken, sage Dank und nimm es hin ohne viel Bedenken.
Wo man am meisten drauf erpicht, gerade das Bekommt man nicht.
 

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