Zitatsammlung

Berthold Brecht
 Dichter (1898 - 1956)

Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
Das Schicksal des Menschen ist der Mensch.
Denn die einen stehn im Dunkeln und die andern stehn im Licht. Und man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.
Der große Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein.
Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.
Die Erfindungen für Menschen werden unterdrückt, die Erfindungen gegen sie gefördert.
Die Menschen schweigen, der Stein hat beschlossen zu reden.
Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, wie die Regierungen Kriege machen, denn das Schreiben verlangt Denkarbeit.
Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte.
Erst kommt das Fressen, dann die Moral.
Es ist ehrenvoller und befriedigender, ein erstklassiger Lastwagenfahrer zu sein als ein zehntklassiger Geschäftsführer.
Ich lass mir den Krieg von euch nicht madig machen.
Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.
Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, ölflecken mit öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.
Keinen verderben zu lassen, auch nicht sich selber, jeden mit Glück erfuellen, auch sich. Das ist gut.
Suche die Schule auf, Obdachloser! Verschaffe dir Wissen, Frierender! Hungriger, greif nach dem Buche: es ist eine Waffe. Du musst die Führung übernehmen.
Wer A sagt, muß nicht B sagen. Er kann auch erkennen, daß A falsch war.
Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.
Wäre es da nicht einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte sich ein anderes?
 

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