Am ersten Juliwochenende feierten wir im großen Kreise unserer Philister- und Aktivenschaft unser 164. Stiftungsfest. Ein aufregendes Wochenende, welches wir zusammen verbrachten, liegt hinter uns. Ein kleiner Bericht …
Schon zum Begrüßungsabend am Freitag stellte sich eine gemütliche Sommerfestatmosphäre ein. Gemeinsam genossen wir im Garten unseres Hauses das reichhaltige Grill- und Salatbuffet, hörten ein paar Songs, die von Füxen gemeinsam mit Freundinnen von Bundesbrüdern einstudiert wurden. Zum Glück musste das große Festzelt, welches wir aus Furcht vor allzu viel Regen aufgestellt hatten, seine Dienste nicht erfüllen und wir konnten uns ausgezeichneten Wetters erfreuen.
Am Sonnabendvormittag begingen wir eine interessante Ausfahrt zur Goitzsche (sprich: Gotzsche) nach Bitterfeld. Während der geselligen Bootsfahrt auf einem niederländischen Frachtsegler konnten wir auch einem Vortrag über die Renaturisierung der Landschaft rund um Bitterfeld lauschen. Ein Beeindruckender Einblick in die neuere Geschichte Ostdeutschlands, der viele Vorurteile über die Chemieregion ausräumte. Nach einem urigen Mittagessen in Bitterfeld trafen unsere Philister auf dem Wingolfshaus zu ihren Konventen zusammen.
Dort durften die Vertreter der Aktivitas, besonders die beiden Chargen des nächsten Semesters, eine durch weite Etappen der Konvente spürbar konstruktive Gesprächshaltung beobachten. Schon auf dem Konvent des Königsberger Philistervereins am Freitag, als auch bei den Konventen der Hallenser Philister war das merklich wachsende gegenseitige Vertrauen greifbar. Wir danken an dieser Stelle nochmals den beiden Philistern Bbr. Eloesser und Bbr. Müller-Römer für ihr langjähriges Engagement im Königsberger Philisterverein bzw. im Haus- und Philisterverein des Hallenser Wingolfs. Wir wünschen den Nachfolgern Bbr. Rausch (Königsberger Philisterverein) und Bbr. Krämer (neuer Vorsitzender des Hausvereins) alles erdenklich Gute und Gottes Segen für ihr neues Amt.
Um 19 Uhr c.t. fand sich die Festgesellschaft in Begleitung vieler mit angereister Philistergattinen zur Ernsten Feier in unserem Kneipsaal zusammen. Die Ernste Feier vermochte es, den Reaktionen zu Folge, eine kleine Auszeit im Festtrubel möglich zu machen. Gestaltet wurde sie von drei aktiven Bundesbrüdern, die Ansprache wollte vor allem darauf aufmerksam machen, dass der Zugang zu unserem Glauben durch die Hinwendung zum Nächsten besteht, in dem wir Jesus leibhaftig begegnen können.
Nach einem reichhaltigen und schmackhaften Imbiss begingen wir gemeinsam einen zwar kurzen aber ausfüllenden Festkommers, der souverän von unserem Chargenkollegium geleitet wurde. Als Festredner konnten wir Dr. Rauen, den ehemaligen Oberbürgermeister von Halle, gewinnen. Er berichtete in seinem kurzweiligen und sehr spannenden Vortrag über den langen Weg zu deutschen Einheit. Er band Erfahrungen aus seiner Amtszeit kurz nach der Wiedervereinigung ein, vermittelte eine reflektierte Analyse der Lage und gab wichtige Impulse für die Zukunft. Ein gelungener Festvortrag, der uns allen in bleibender Erinnerung bleiben wird.
Während des Kommerses erhielten die neuen Burschen Bbr. Kolleck und Bbr. Greifenstein ihr Burschenband und der Königsberger Philisterverein übergab uns den alten Chargenstuhl des Königsberger Wingolfs und einen Gedenkschrein, die die vielen Jahre seit der Vertagung in verschiedenen Quartieren, so auch beim Münsterschen Wingolf, überlebt haben. Phil. Eloesser brachte uns in seinem Grußwort noch einmal die beeindruckende Geschichte dieser verbliebenen Originalstücke des Königsberger Wingolfs nahe. Ebenso wurden uns Bandknöpfe für die Traditionsbänder übergeben und der Königsberger Philisterverein nahm einen neuen Ehrenphilister in seine Reihen auf.
Der Sonnabend klang bei geselligem Zusammensein wiederum im Garten gemütlich und fröhlich aus. Mindestens ebenso fröhlich war der etwas turbulente Sonntagsgottesdienst in der Pauluskirche, in dessen Folge wir uns abermals im Garten zum Brunch trafen. Dieser sorgte bei allen Anwesenden für eine merkliche Belebung, so dass einige von uns sich bis in die Abendstunden keinen anderen Tätigkeiten zuwendeten. Nach und nach verabschiedeten wir die angereisten Philister und ihre Gattinnen – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. War doch dieses 164. Stiftungsfest ein gelungenes Wochenende und hielt viele spannende Begegnungen für uns bereit.
Dank gebührt Dr. Rauen, für seinen Festvortrag, allen angereisten Königsberger Philistern, besonders auch unseren Hallenser Philistern, allen an der Organisation beteiligten Aktiven und Inaktiven, sowie unserem Chargenkollegium, das ein wirklich gelungenes Festprogramm auf die Beine gestellt und durchgeführt hat.